Bei der Vermittlung von Wissen stehen wir heute vor zwei zentralen Herausforderungen. Einerseits ist Wissen nicht mehr knapp, wir können auf alle Fragen dieser Welt heute schnell Antworten finden, die entweder aus Bibliotheken oder aus dem Internet generiert werden. Universitäten können sich heute nicht mehr mit Lerninhalten besonders profilieren. Knappheit herrscht mehr bei der produktiven Umsetzung von Wissen.
Die zweite zentrale Herausforderung kommt aus den Neurowissenschaften und aus deren Erkenntnissen. Diese lautet: „Dem Gehirn kann nichts vermittelt werden, es produziert selbst.“ Wenn das wirklich so ist, dann ist in der Tat die Frage zu stellen, wie wir zu Wissen kommen. Vor dem Hintergrund der beiden Herausforderungen müssen wir uns fragen, wie zukünftig Bildung und Ausbildung organisiert werden sollen.
Genau an diesem Punkt setzt SMILE an. Wir bieten unseren TeilnehmerInnen die Lernumgebung, die sie in die Lage versetzt selbst zu entscheiden, was und wie sie lernen wollen. Dabei wollen wir bewusst nicht „reines“ Wissen vermitteln. Bei uns steht die Persönlichkeit jedes Teilnehmenden im Mittelpunkt, diese wollen wir stärken und entwickeln und für ein lebenslanges Lernen vorbereiten.
Den Veranstaltungen im Rahmen von SMILE liegt ein sozialkonstruktionistischer Lernansatz zu Grunde. Aus diesem sind verschiedene Lernprinzipien abgeleitet, die die Basis für alle Veranstaltungen bilden:
- Wir haben als Grundausrichtung mehr das Bild eines Klavierlehrers im Hinterkopf als das eines Predigers. Wir helfen dem Lernenden, seine Fähigkeiten zu Kompetenzen zu entwickeln.
- Die Teilnehmer entwickeln auch ihre eigenen (Lern)ziele. Wir geben ihnen dabei Unterstützung.
- Wir leiten den Unterrichtsstoff von den Problemen ab, die von den Teilnehmern genannt werden.
- Wir sichern einen offenen Informationsfluss zwischen allen in der Veranstaltung. Der Informationsfluss zwischen den Teilnehmern wird nicht kontrolliert, nicht einmal überwacht.
- Informationen können auf verschiedene Art genutzt werden. Wir ermuntern die Teilnehmer, verschiedene Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen und geben den Teilnehmern Zugang zu allen Arten von Informationen. Wir beschränken den Zugang nicht auf ein spezielles Gebiet.
- Wir gestalten Aktivitäten so, dass sie Interaktion und sachorientierte Konflikte erfordern.
- Wir zeigen nicht, wie ein Problem zu lösen ist, und sagen nicht, dass eine Antwort richtig oder falsch ist.
- Wir testen die Teilnehmer nicht auf die herkömmliche Art.
- Wir unterstützen Autonomie. Sie unterstützt ethisches Denken und Handeln.
- Wir haben bei der Arbeit mit den Teilnehmern Spaß und schüren das Feuer des Lernens und Denkens, das in den Teilnehmern noch immer brennen will.






